Inside SAB.Ruhr – Team Supervision stellt sich vor!

team-supervision-2Sechs Augen für 330 Schulbegleiter
Die SAB.Ruhr-Supervisorinnen Dr. Ute Kaufmann, Andrea Leismann und Stefanie Niggeling sind erste Ansprechpartnerinnen, Krisenmanagerinnen und Vermittlerinnen. Erweiterung des Teams ermöglicht intensivere Kontaktpflege, differente Expertisen ergänzen sich.
Anpassen, spontan reagieren, sich täglich „zwischen den Fronten zurecht finden“. Die Anforderungen an Schulbegleiter (SB) sind umfangreich und erfordern Anpassungsfähigkeit wie Flexibilität. Gleichzeitig sind die Fachkräfte in solchen Situationen zunächst auf sich allein gestellt. Aus Datenschutzgründen ist der Austausch über die anspruchsvolle Arbeit nur abstrakt und anonymisiert möglich, „Mitstreiter“ nur selten im unmittelbaren Einsatzfeld anzutreffen. Genau diese Lücken schließen die SAB.Ruhr-Supervisorinnen Dr. Ute Kaufmann (47), Andrea Leismann (49) und Stefanie Niggeling (37).

Zuständig für den pädagogischen Bereich
Das Dreigespann ist dabei – „nur“ – für den pädagogischen Bereich zuständig. Die Koordination übernehmen ihre SAB.Ruhr-Kollegen Andreas Buchholz und Karsten Brinkmann. „Nur“ heißt in diesem Fall: Die Supervisorinnen betreuen rund 380 Schulbegleiter NRW-weit, führen Hilfeplan- oder im Notfall Krisengespräche, kümmern sich zudem um die Belange von Eltern, Schulen und Jugendämtern, vermitteln, hospitieren, besuchen die SB im schulischen Alltag, informieren über Strategien und Hilfen und entwickeln bewährte Strukturen und Angebote weiter.
Um die bestmögliche Betreuung von Schülern zu gewährleisten, ist das Hauptziel klar definiert: „Die Verbesserung der Arbeitssituation der Schulbegleiter. Ein Vorgang, den man auf viele Jahre sehen muss“, informiert Kaufmann, die sich erfolgreich von der Einführung bis zur Etablierung der Supervision verantwortlich zeichnet. Hierzu gehöre es, die Position der SB klarer zu definieren und eine gesteigerte Anerkennung an den Schulen – auch seitens der Lehrkräfte – zu erreichen.

Spannungsfeld zwischen Sorgen und Nöten meistern.
So vielschichtig die beruflichen Werdegänge von Kaufmann, Leismann und Niggeling sind, so eint sie der gemeinsame, wenn auch zeitlich versetzte Einstieg in die komplexe, dynamische Thematik als Schulbegleiterinnen. Ein Vorteil, den alle Supervisorinnen hervorheben: „Man kann auf eigene Erfahrungen zurückgreifen, sich in die Rolle unserer Mitarbeiter zurückversetzen.“ Leismann konkretisiert: „Das Spannungsfeld, Ängste und Nöte sind bekannt, ebenso Sorgen und Stolpersteine, die den Schulbegleitern begegnen.“ Nicht zuletzt steigere dies auch Akzeptanz und Anerkennung des Teams seitens der SB. Die unterschiedlichen (beruflichen) Vorerfahrungen ergänzen sich wiederum und zeigen: Wie der Beruf des SB, ist auch das Ziel „Supervisor“ nicht über den einen, sondern viele Wege zu erreichen.
Aus- und Weiterbildungen vielschichtig
Nach dem Abschluss eines Diplom-Studiums der Heilpädagogik promovierte Dr. Ute Kaufmann in Ihrem Fachbereich, baute eine integrative Gruppe in einer Kindertagesstätte auf und leitete diese, bevor sie zur SAB.Ruhr wechselte. Bereits in ihrer Rolle als Supervisorin absolvierte Kaufmann zuletzt erfolgreich eine Weiterbildung zur „Autismus Therapeutin“.
Diplom-Sozialpädagogin Andrea Leismann war für die Betreuung und Versorgung von Mädchen zwischen 14 und 18 Jahren in einer Wohngemeinschaft zuständig: „Für mich sind es sehr hilfreiche Erfahrungen, da ich mit verschiedenen Biografien und deren Auswirkungen in Berührung gekommen bin. Viele durch die SAB betreute Kinder leben auch in Pflegefamilien. Ihre Beziehungsstrukturen sind daher different. Für Lehrer und Schulbegleiter sind das besondere Herausforderungen, die wir gemeinsam meistern möchten und können.“ Für die Zukunft plant Leismann, die seit Februar 2016 neben Kaufmann als zweite Supervisorin aktiv ist, eine Weiterbildung in „Systemischer Beratung.“
„Neuzugang“ Stefanie Niggeling komplettiert das dreiköpfige Team seit dem 19. September. Mit einer Ausbildung zur Erzieherin begann ihr Pfad in den pädagogischen Bereich. Nach einer längeren Tätigkeit in der Behindertenhilfe bildete sich Niggeling zur staatlich anerkannten Heilpädagogin weiter, war als Fachkraft zuständig für Fördermaßnahmen für behinderte Kinder und zwischenzeitlich bereits als SB aktiv. Zudem arbeitete die 37-Jährige jahrelang für die Lebenshilfe in den Bereichen „Heil- und Sozialpädagogische Familienhilfe“ und absolvierte erfolgreich eine Fortbildung in „systemischer Erziehungsberatung“. Die Strukturen, Verkettungen und Eigenarten, die das Leben in einer (Patchwork-)Familie ausmachen, gehören somit zu ihrem Fachgebiet.

Einzigartiges Modell
Den jetzigen „Rollentausch“ von der Schulbegleiterin hin zur Supervisorin macht sie an einem einfachen Beispiel fest: „Was vorher meine eigenen Belange an meine Vorgesetzten waren, sind nun Themen, die an mich herangetragen werden.“ Entscheidender Unterschied ist das Supervisions-Modell der SAB.Ruhr: „Pädagogische Berater, wie wir es hier sind, waren mir trotz meiner jahrelangen Tätigkeiten in dieser Form bisher nicht bekannt.“
Die Erweiterung des Teams charakterisiert Kaufmann als großen Gewinn: „Meine Kolleginnen haben sich sehr schnell, sehr gut eingearbeitet, sind unheimlich selbstständig unterwegs. Das Einzugsgebiet haben wir untereinander aufgeteilt, können dadurch die Kontakte zu den einzelnen Schulbegleitern noch intensiver pflegen.“ Niggeling wiederum unterstreicht, dass sie im neuen Berufsumfeld direkt an „umfangreiche Erfahrungen anknüpfen kann.“ Langfristig möchte auch sie im Schulungsbereich aktiv werden und die Ausweitung der Angebote unterstützen.

Kommentar hinzufügen