Praktikumsplätze für Autisten

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Unterstützung von erfolgreicher Inklusion durch Öffnung des ersten Arbeitsmarktes

Und wenn es nur ein unscheinbares fehlendes Komma war – Pedro fand es. Während seines zweiwöchigen Praktikums bei der SAB im September 2013 sammelte der damals 15-jährige Herner erste Erfahrungen als kaufmännischer Sachbearbeiter. Auch für ihn hieß es: Archivieren, abgleichen, aktualisieren – alltägliche Akribie. Das Besondere: Pedro ist Autist.

Keinesfalls nachteilig wirkte sich diese Diagnose auf die Bewältigung seiner Aufgaben aus. Geschäftsführer Deni Halilovic ist noch heute beeindruckt: „Pedro war unglaublich gründlich. Jede kleine Unachtsamkeit in unseren elektronischen Datenbanken ist ihm sofort aufgefallen.“ Ein Beweis dafür, dass Asperger Autisten überdurchschnittliche Leistungen liefern und sich auf dem ersten Arbeitsmarkt behaupten können.

Ebenso sei der Einsatz von Pedro und auch Milan, der ebenfalls von der Entwicklungstötung betroffen ist und ein erfolgreiches Praktikum bei der SAB absolvierte, auch ein Gewinn für Unternehmen. „Uns wurde schnell klar, dass wir festgefahrene Abläufe wieder beleben müssen. Auch Denkweise und Rhetorik haben wir den Anforderungen angepasst. Gerade Pedro hat uns mit der Entwicklung seines eigenen Arbeitssystems überrascht“, berichtet Halilovic.

Während des gesamten Praktikums wurde Pedro weiterhin fachmännisch von seiner Schulbegleiterin Lucyna Ogus betreut. Für Autisten eine wichtige Hilfe, um sich auf eine gewisse Routine verlassen zu können.

Für die SAB steht fest, dass Praktika für jugendliche Autisten auch in Zukunft angeboten und durchgeführt werden sollen. Wünschenswert wäre es, wenn dies „flächendeckend geschehen würde. Beide Seiten profitieren und lernen schließlich. Die Jugendlichen benötigen eine gerechte Chance, um sich praktisch auf ein selbstständiges Leben vorbereiten zu können“, hofft Halilovic auf eine Öffnung des ersten Arbeitsmarktes.

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